1. DACH vs. Polen: Woher kommen die Unterschiede beim Wertverlust?
Der Wertverlust (Depreciation) von Elektrofahrzeugen (EVs) im Jahr 2026 zeigt deutliche Unterschiede zwischen den DACH-Märkten (Deutschland, Österreich, Schweiz) und dem polnischen Markt.
Die Hauptfaktoren für diese Unterschiede sind:
- Subventionspolitik und deren Beendigung
- Dichte der Ladeinfrastruktur
- Erwartungen und Mentalität der Käufer
Der "Angebotsschock" in Deutschland und der Schweiz
In der DACH-Region, insbesondere in Deutschland, wurden großzügige Förderprogramme für EVs in den Jahren 2023-2024 abrupt beendet.
Dies führte zu:
- Einem plötzlichen Preisverfall auf dem Sekundärmarkt.
- Einer Überschwemmung des Marktes mit 3- und 4-jährigen Flottenfahrzeugen.
- Einem Einbruch der Restwerte um 50-55% innerhalb der ersten drei Jahre.
In der Schweiz sorgen die hohe Fahrzeugfluktuation und die Kaufkraft dafür, dass Konsumenten ihre Gebrauchtwagen schnell wieder abstoßen, obwohl es weniger direkte Subventionen gibt. Dieser ständige Zustrom drückt die Preise auf dem Sekundärmarkt nach unten.
Die polnische Perspektive: Nachfrage übersteigt das Angebot
In Polen ist der Markt für gebrauchte Elektroautos deutlich kleiner, aber stabiler.
Die Erhaltung höherer Preise (Wertverlust von nur 40-45% über 3 Jahre) resultiert aus der Tatsache, dass polnische Käufer aktiv nach importierten E-Autos suchen. Sie sind bereit, ältere Generationen im Austausch für einen niedrigeren Einstiegspreis zu akzeptieren, was die Werte lokal stützt.
